3. März 2014

Änderung des „Qualifizierten Meldedialogs“ ab 01.01.2015

Im Zuge der Gesetzesänderung GKV (siehe auch Blogbeitrag vom 21.02.2014) wird ebenfalls an der Schraube „Qualifizierter Meldedialog“ gedreht: Durch einen neuen Referentenentwurf soll bei Mehrfachbeschäftigung sowohl die Prüfung der Beitragsbemessungsgrenze als auch die Prüfung der Gleitzone in ein Jahresverfahren umgewandelt werden.

Seit 2012: Monatliche Prüfung bei Mehrfachbeschäftigung

2012 wurden die Krankenkassen durch die Einführung des Qualifizierten Meldedialogs zur zentralen Meldestelle für den Sozialausgleich, da bei ihnen ohnehin alle GKV-Meldungen der beitragspflichtigen Einkommen zusammenfließen. Aufgrund dieser Informationen melden die Krankenkassen zum einen den Arbeitgebern das Gesamtentgelt aller durch Mehrfach-beschäftigung in der Gleitzone liegenden Beschäftigungsverhältnisse zurück. Zum anderen benachrichtigen sie die Arbeitgeber, wenn bei einem Arbeitnehmer mit Mehrfachbeschäftigung die Beitragsbemessungsgrenze überschritten wird. Aufgrund der Rückmeldungen der Krankenkassen müssen die Arbeitgeber auf Basis einer Verhältnisrechnung dann den beitragspflichtigen Anteil des Entgelts berechnen. Und das monatlich.

Der Qualifizierte Meldedialog führte in der Vergangenheit zu enorm viel Aufwand für Arbeitgeber und Krankenkassen und nur zu einem geringen Nutzen. Die monatliche Betrachtung und die Rückmeldung durch die Krankenkassen führten bei den betroffenen Arbeitgebern zu häufigen Rückrechnungen in der Entgeltabrechnung.

Ab 2015: Jährliche Prüfung bei Mehrfachbeschäftigung

Da der Sozialausgleich im Zuge der Gesetzesänderung GKV nun komplett verschwinden soll (wird bis zum Ende der Sommerpause entschieden, siehe auch Blogbeitrag vom 21.02.2014), sollen mit dem Referentenentwurf die Krankenkassen erst bei Eingang der Abmeldung oder Jahresmeldung die Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenzen aufgrund einer Mehrfachbeschäftigung prüfen – nicht mehr monatlich. Zudem soll die Gleitzonenprüfung bei Mehrfachbeschäftigung durch die Krankenkassen nicht weiter im Gesetz bleiben, da dieser Fall eher die Ausnahme ist und nur selten vorkommt.

Aufgrund des hohen Aufwands der monatlichen Meldungen und der damit verbundenen Probleme in der Vergangenheit wird angenommen, dass die jährliche Meldung enorme Vorteile gegenüber der monatlichen Meldung hat und der Referentenentwurf somit beschlossen wird. Genaueres wird vermutlich nach der nächsten Besprechung der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung Mitte des Jahres bekannt gegeben.

Mehr Informationen zur geplanten Gesetzesänderung GKV:

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