3. Februar 2015

Probearbeitstage versus Schnuppertage

Um einen Betrieb oder ein Berufsfeld kennenzulernen arbeiten Bewerber oft erst einmal ein paar Tage in diesem Betrieb/Beruf. Deshalb kommt immer wieder die Frage auf, ob diese Bewerber, die den neuen Job testen möchten, über die Abrechnung angemeldet werden müssen oder nicht.

Hier muss klar zwischen Probearbeit und Schnuppertage unterschieden werden.

Ein Probearbeitsverhältnis ist auf ein echtes Arbeitsverhältnis ausgerichtet:
  • Der Bewerber übernimmt betriebliche Arbeiten.
  • Er untersteht dem Weisungsrecht des Betriebes.
  • Seine Arbeit wird bezahlt.
  • Die Beschäftigung unterscheidet sich nicht von der Beschäftigung anderer Arbeitnehmer.
→ Sind diese Punkte gegeben, besteht volle SV-Pflicht und der Bewerber ist gesetzlich unfallversichert.

Schnuppertage hingegen werden völlig freiwillig vom Bewerber durchgeführt:
  • Der Bewerber erledigt keine betrieblichen Arbeiten auf Anweisung alleine.
  • Es müssen keine Arbeitszeiten eingehalten werden.
  • Es besteht kein Anspruch auf Bezahlung.
  • Falls eine Entschädigung für den Zeitaufwand bezahlt wird, ist diese auch so zu nennen – auf keinen Fall aber darf dies eine Vergütung für geleistete Arbeit sein.
→ Sind diese Punkte gegeben, besteht keine SV-Pflicht. Richtet der Bewerber einen Schaden an, muss seine private Haftpflicht haften.

Bitte beachten Tipp: Bei Schnuppertagen sollte im Vorfeld eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Bewerber und dem Arbeitgeber geschlossen werden. Es sollte festgehalten werden, wie lange die Schnuppertage andauern und dass keine Verpflichtung zur Arbeitsleitung und auch nicht zur Lohnzahlung besteht.

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