30. Juni 2015

Gesetzliche Vorgaben für die Arbeitszeit

Für den Arbeitgeber gibt es für die Einhaltung der Arbeitszeiten wesentliche Punkte zu beachten, die durch das Arbeitszeitgesetz geregelt werden, u.a.: 
  • Höchstdauer der täglichen Arbeitszeit
  • Pausen und Ruhezeiten
  • zeitliche Lage der Arbeitszeit
  • Arbeit an Sonn- und Feiertagen

Bitte beachten Beachten Sie, dass es Sonderregeln für besondere Berufsgruppen (z.B. Kraftfahrer) gibt. Mehr Auskunft dazu erhalten Sie im Arbeitszeitgesetz, Abschnitt 6, Sonderregelungen

  • Für die Einhaltung des Gesetzes ist das Gewerbeaufsichtsamt zuständig. Liegt ein Verstoß vor, droht ein Bußgeld für den Arbeitgeber.
  • Grundsätzlich dürfen Arbeitnehmer höchstens 8 Stunden pro Werktag (Mo - Sa) arbeiten, das entspricht einer Wochenarbeitszeit von höchstens 48 Stunden.
  • Zeitweise darf die Arbeitszeit auf bis zu 10 Stunden (60 Stunden pro Woche) erhöht werden, wenn sie in 6 Monaten/24 Wochen durchschnittlich höchstens 8 Stunden beträgt.

Sollte im Betrieb länger als 8 Stunden am Tag gearbeitet werden, so muss dies schriftlich aufgezeichnet und diese Aufzeichnungen mindestens 2 Jahre aufbewahrt werden.
In Ausnahmefällen (z.B. Notfälle oder eine andere Regelungen im Tarifvertrag) kann die Aufsichtsbehörde eine längere Arbeitszeit erlauben.

Pausen und Ruhezeit 

  • Arbeitnehmer dürfen höchstens 6 Stunden ohne Pause arbeiten, unter 18-jährige nur 4,5 Stunden.
  • Arbeitet ein Arbeitnehmer zwischen 6 und 9 Stunden, dann stehen ihm 30 Minuten Pause zu Verfügung.
  • Arbeitet ein Arbeitnehmer über 9 Stunden, dann stehen ihm 45 Minuten Pause zu Verfügung.
  • Auf den Feierabend muss mindestens eine Ruhezeit von 11 Stunden folgen, bei unter 18-jährigen sogar 12 Stunden. 
  • Schwangere und stillende Mütter dürfen in einer Doppelwoche höchstens 80 Stunden arbeiten. In der Nacht und an Sonn- und Feiertagen ist die Arbeit nur begrenzt möglich.

Arbeit auf Abruf (z.B. je nach Arbeitsaufkommen) 

  • Liegt eine Abruf-Vereinbarung mit einem Arbeitnehmer vor, so muss eine wöchentliche oder tägliche Arbeitszeit vereinbart werden. 
  • Liegt keine Vereinbarung vor, so gelten automatisch 10 Stunden pro Woche bzw. 3 Stunden pro Tag.
  • Der Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet zu arbeiten, wenn ihm sein Einsatz nicht mindestens 4 Tage im Voraus mitgeteilt wurde. 

Rufbereitschaft

  • Die Zeit der Rufbereitschaft des Arbeitnehmers ist bei der Berechnung der Höchstarbeitszeit nicht mitzurechnen. 
  • Rufbereitschaft liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer, ohne persönlich am Arbeitsplatz anwesend sein zu müssen, ständig für den Arbeitgeber erreichbar ist, um auf Abruf die Arbeit aufnehmen zu können. 

Bitte beachten Rufbereitschaft ist nicht gleich Bereitschaftsdienst. Bereitschafts-dienst heißt, anders als Rufbereitschaft, dass der Arbeitnehmer sich an einem vom Arbeitgeber festgelegten Ort aufhalten muss.

Sonn- und Feiertagsarbeit


Nacht- und Schichtarbeit

  • Die Arbeitszeiten für Arbeitnehmer, die in Nacht- und Schichtarbeit beschäftigt sind, können in § 6 des Arbeitszeitgesetzes nachgelesen werden: Arbeitszeitgesetz, § 6

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